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Stadt Český Krumlov
Český Krumlov ist eine Kreisstadt in der Südböhmischen Region, 25 Kilometer von České Budějovice (Budweis). Es breitet sich unter dem Kamm des Blansker Waldes aus und es durchfliesst es die Moldau. Die Stadt wird das erste Mal im Jahre 1253 nachgewiesen.
 
Das mittelalterliche Stadtzentrum ist seit 1963 das städtische Denkmalreservat und seit 1992 ist es auf der Liste des Weltkulturerbes UNESCO eingetragen. Im Jahre 2003 ist die Vorstadt Plešivec (südlich von dem historischen Kern) zum städtischen Denkmalschutzgebiet geworden.
 
 
Stadtgeschichte
Das sog. Hrádek (kleine Burg) am linken Moldauufer war wahrscheinlich in den Jahren 1230 – 1239 von einem den Söhnen von Vítek (Wittiko) von Prčice gegründet worden. Die erste schrifftliche Erwähnung finden wir in einer Urkunde aus dem Jahre 1253. Die eigene Stadt wurde bereits im Jahre 1274 in einer Moldauschleife gegründet.
Im Jahre 1302 ist der hiesige Zweig der Wittigonen ausgestorben, das Erbe haben mit Bewilligung des Königs Václav II. die Rosenberger (ein anderer wittigonischer Zwweig) angetreten, unmittelbar danach sind die Rosenberger von der Burg Rožmberk nach Krumau umgesiedelt. Damals ist die Stadt zum Zentrum des umfangreichen Dominiums geworden. Es war eine neue, grössere Burg erbaut worden, in der Unterburg war ein neues Viertel entstanden – Latrán.
 
Im Verlauf des 14. Und 15. Jahrhunderts begann die Stadt sowie das ganze Geschlecht der Rosenberger an Wichtigkeit zu gewinnen, und deshalb konnten sie sich erlauben, sich gegen die zentralisierenden Bestrebungen des Königs Václav IV. zu widersetzen, den sie sogar in den Jahren 1394 und 1402 kurz auf der hiesigen Burg gefangen gehalten haben.
In der Zeit der hussitischen Revolution war der damalige Besitzer des Dominiums Ulrich II. von Rosenberg zuerst auf der Seite der Hussiten, später ist er jedoch zum abgesagteren Gegner der husitischen Bewegung geworden. Auch nach der Beendigung der Hussitischen Kriege kam es weiter zur ständigen Erweiterung des rosenbergischen Dominiums, die mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt verbunden war. Im Jahre 1475 waren hiesige Silberbergwerke ergeöffnet worden, das hatte jedoch einen grossen Zuzug der deutschen Bergleute zur Folge, die angefangen hatten, die Stadt zu germanisieren. Im Jahre 1494 ist Krumlov zur königlichen Stadt erhoben worden. Mit Krumau sind weitere neue Vorstädte verbunden worden - Špičák, Horní Brána, Za Tavírnou a Plešivec.
 
Die Bergaktivität hatte im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht – in Betrieb war eine Silberschmelzhütte, an der Moldau unter der St.-Veits-Kirche wurde eine Papierfabrik gegründet. Die Silbervorräte waren um 1600 erschöpft worden, zur wirtschaftlichen Niedergang kam es dank der Orientierung auf Bodenproduktion nicht. Auf der Herrschaft sind viele Wirtschaftshöfe und Teiche angelegt worden.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, unter der Regierung Wilhelms von Rosenberg, des obersten königlichen Burggrafen, und Peters Wok von Rosenberg, kam es zum grosszügigen Umbau der Krumauer Burg in eine bequeme Schlossresidenz. Wegen der Überschuldung des rosenbergischen Dominiums musste sie Peter Wok im Jahre 1601 an Kaiser Rudolf II. verkaufen. Dadurch hat Krumau aufgehört, das Zentrum der Rosenbergischen Herrschaft zu sein. Unter der Regierung der Rosenberger entstanden die meisten schönen Gotik- und Renaissanceobjekte, die heute Tausende Touristen bewundern können.
 
Im 17. Jahrhundert war die Stadt mehrmals ausgeplündert worden – zum ersten Mal im Jahre 1611 durch den Einfall der Passauer Truppen – später, in der Zeit des dreissigjährigen Krieges, wurde sie mehrmals durch verschiedene Truppen besetzt. Jahre 1622 schenkte Kaiser Ferdinand II. die ganze Stadt dem aus Graz stammenden Adeligen Johann Ulrich von Eggenberg. Nach dem Aussterben des Geschlechts der Eggenberger, im Jahre 1719, ging die ganze Krumauer Herrschaft ans Geschlecht der Schwarzenberger über. Im Besitz dieses Geschlechts blieb sie bis zum Jahre 1940.
 
Im 19. Jahrhundert hat man in der Stadt durch die industrielle Revolution die Wirtschaftsaktivität belebt. In Betrieb waren ein Wasserhammer am Bach Polečnice, weiter Leinenspinnereien, eine Papierfabrik, eine Kalkbrennerei u. a. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man Graphit als Ausgangsrohmaterial für Produktion der Bleistiften zu gewinnen (die blieb in Český Krumlov bis heute erhalten).
Nach dem Aufheben der Leibeigenschaft im Jahre 1850 wurde Český Krumlov zur Kreisstadt. Damals lebten hier von 8 300 Einwohnern etwa 1 500 Tschechen (d. h. etwa 18 %). Es wurden viele tschechische Vereine gegründet – ein Leser- und Handwerksverein, der Arbeitskreis Včela, tschechische Schule.
 
Die ersten nationale Unruhen zwischen Tschechen und Deutschen werden seit dem 19. Jahrhundert in Krumlov datiert. Nach dem ersten Weltkrieg reagierte die deutsche Mehrheit durch die Ausrufung des selbstständigen Gaus Böhmerwaldgau, der ihrer Vorstellung nach zu Österreich gehören sollte. Dazu kam es zum Glück nicht, die Bewegung wurde unterdrückt und am 28. November 1918 wurde Krumlov durch die neu entstandene tschechoslowakische Armee besetzt.
 
Da die Krumauer Bevölkerung überwiegend deutschsprachig war, gehörte die Stadt nach dem Münchner Abkommen zum in Oberdonau umbenannten Gau Oberösterreich. Im Jahre 1945 wurde sie durch die amerikanische Armee befreit und in den Jahren 1945 – 1946 kam es zur Vertriebung der deutschen Bevölkerung. Die wurde stufenweise von tschechischen Neusiedlern ersetzt – im Jahre 1946 gab es hier schon 4 550 tschechische Neusiedler.
 
Nach 1948 beginnt weitere Entwicklung der neuen industriellen Zweige – vor allem ging es um Textil-, Holz- und Lebensmittelindustrie. Stufenweise entstehen neue Wohnsiedlungen - Plešivec , Špičák, Vyšný, Dubík, Domoradice, Havraní Skála, und die neueste – Mír. Man baut neue Schulen, ein neues Krankenhaus, neue Behörden (vor allem nach Entstehung des modernen Kreises Český Krumlov im Jahre 1960). Daneben wurde auch eine neue städtische Ringstrasse. Die meisten Bauten zählen zwar nicht zu architektonischen Juwelen, es ist jedoch nötig zu sagen, dass das historische Zentrum durch diese Bauten nicht bedeutend beschädigt wurde, wie zum Beispiel in unweitem Prachatice oder Kaplice. Im Jahre 1963 wurde Krumau zum städtischen Denkmalreservat, das im Rahmen der damaligen Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik als zweites bedeutendstes Denkmalreservat nach Prag bezeichnet wurde. In der Zeit der Regierung einer Partei wurde die Denkmalpflege zwar nicht vernachlässigt (im Vergleich zu anderen historischen Städten), aber man hat ihr nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie heute. Deshalb waren viele bedeutende Denkmäler der Stadt bis 1989 unschön, in vielen Fällen sogar baufällig.
 
Nach November 1989 wurde aus schläfrigem Krumlov eines den bedeutendsten Zielen der ausländischen Touristen in Tschechien. Grosse Finanzmittel wurden in Renovierung der Denkmalobjekte investiert. Dank diesem Umstand zählt Krumlov heute zu schönsten Städten in der Tschechischen Republik.
 
 
Denkmalobjekte in der Stadt 
Ausser dem Schloss befinden sich in Český Krumlov auch weitere historische Denkmäler. In der Innenstadt befindet sich das ursprüngliche System der Strassen mit dem regelmässigen Hauptplatz, der sich seit der Stadtgründung erhalten hat. Zu weiteren Sehenswürdigkeiten gehören das Renaissancerathaus oder die gotische St.-Veits-Kirche. Nördlich von der Innenstadt liegt ein Stadtviertel Latrán mit dem erhaltenen gotischen Ausbau und den Stadtmauern.