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Die staatliche Burg und das Schloss Český Krumlov
 
Burgmuseum
 
Die Kleine BurgSehr geehrte Besucher, wir heissen Sie in der neu entstandenen Exposition „Burgmuseum“ der Staatlichen Burg und des staatlichen Schlosses Český Krumlov (Böhmisch Krumau) willkommen, die in den bisher ungenutzten Gebäuden der sog. Kleinen Burg im II. Schlosshof untergebracht ist. Der Komplex der Palastgebäude mit dem anliegenden Turm ist heute schon ein unwegdenkbares Symbol und ein imaginärer Mittelpunkt der Stadt Ćeský Krumlov und gleichzeitig eine den ersten Stellen, wo man angefangen hatte, die Geschichte von Český Krumlov zu schreiben.
 
Das Schloss - in der Mitte des 15. JahrhundertsDie sog. Kleine Burg stellt den ältesten erhaltenen Teil der Krumauer Residenz dar. Der Turm mit dem befestigten Palast war in den Jahren 1291 – 1308 auf dem Felsenvorsprung oberhalb der Moldau gebaut worden. Der ursprüngliche Wohnkomplex wurde jedoch bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts zum Bestandteil des Fortifikationssystems und später zu einem weniger wichtigen Lagerobjekt degradiert. Ihr heutiges Aussehen gewann die Kleine Burg im Rahmen der grossen Renaissanceumbauten des Krumauer Schlosses, als es zur Erweiterung des gotischen Das Schloss - in der Mitte des 16. JahrhundertsPalastes in heutige Gestalt kam. Im Jahre 1590 hat Maler Bartoloměj Beránek – Jelínek den aliegenden Turm mit manieristischen Malereien ausgeschmückt. Der kostspielige Umbau der Kleinen Burg hatte jedoch keinen Einfluss auf ihre Nutzung und auch weiter diente sie den Lagerzwecken. Erst im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts kam es zur Renovierung und Kultivierung der Interieure der Kleinen Burg. Im Objekt siedelten einige Verwaltungbehörden der Krumauer Herrschaft und es gab hier auch eine Wohnung der höheren fürstlichen Beamten. Die Kleine Burg diente bis zu 40er des 20. Jahrhunderts als Verwaltungs- und Wohngebäude. Nach der Übertragung des Krumauer Schlosses an den tschechoslowakischen Staat und im Zeitraum der folgenden kommunistischen Ära begann sich der Zustand der Kleinen Burg ernst zu verschlechtern, das Symbol der Stadt Český Krumlov verfiel und ihre stufenweise devastierten Interieure wurden leer.
 
Die Kleine BurgDie neue Geschichte der Kleinen Burg begann man am Anfang der 90er des 20. Jahrhunderts zu schreiben. 1992 wurde der historische Stadtkern von Český Krumlov samt dem Schloss- und Burgareal in die UNESCO-Liste des Weltkultur- und -naturerbes eingetragen und nach 1993 wurden die Fassaden der Kleinen Burg und des anliegenden Turmes restauriert. Die Kleine Burg war jedoch weiter nur eine Kulisse, die inländischen sowie ausländischen Touristen konnten nur ihre äussere Gestalt bewundern. Dem Nationalen Denkmalamt, der regionalen Facharbeitsstelle in České Budějovice, wurde im Dezember 2008 aufgrund des Antrags ein Zuschuss aus Finanzmechanismen des Europäischen Wirtschaftsraumes und Norwegens (EEA Grants, Norway Grants) für das Projekt des Norvay grantsBurgmuseums auf dem Staatsschloss und auf der Staatsburg geleistet, das in den Jahren 2009 – 2010 mit Erfolg realisiert wurde. Das Burgmuseum präsentiert heute der breiten Öffetnlichkeit die bisher unbekannten Interieure der Kleinen Burg.
 
Die Exposition des Burgmuseums hat, im Gegenteil zu traditionellen Museen, den Charakter einer historischen Museumsinstalierung des 19. Jahrhunderts. Die Interieure sind mit historischen Leuchtkörpern, restaurierten Kachelöfen und Repliken der alten Musealvitrinen versehen.
 
 
 
A. ERDGESCHOSS
 
Modell des Burgareals
Modell des Burgareals (um 1550)Das Modell stellt die Gestalt der Krumauer Burg in der Zeit der Spätgotik (um 1550) dar, vor umfangreichen Renaissanceumbauten, die unter der Regierung Wilhelms von Rosenberg, in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nach dem Vorbild der italienischen Renaissance vorgenommen wurden.
 
 
A.00. Lapidarium
LapidariumMit dem Fachwort „Lapidarium“, das vom lateinischen Wort „Stein“ („lapis“, 2. Fall „lapidis“) abgeleitet wurde, bezeichnet man in der neuesten Zeit die Sammlung von Steinstatuen und architektonischen Fragmenten mittelalterlichen sowie neuzeitlichen Ursprungs. Aus der Reihe der in diesen Räumen ausgestellten Steinelemente fesselt vor allem Kopie des rosenbergischen Grabsteins aus Rotmarmor, dessen Original sich in der Nordwand des Presbyteriums der Kirche Maria Himmelfahrt in Vyšší Brod (Hohenfurth) befindet. Der Reiter mit der rosenbergischen Rose am Schild und Helm stellt Vok I. von Rosenberg dar, der das Kloster Vyšší Brod 1259 gründete. An der abgeschrägten Platte ist eine lateinische Aufschrift, die in Übersetzung heisst: „ Hier ist das Grab der Herren von Rosenberg, der Gründer dieses Ortes, mit Vorzug des Ursprungs von Fürsten Orsini“. Weitere Zuschrift am linken Rande der Platte heisst: „Der letzte Rosenberger Petr Wok stirbt im Jahre 1611. Betet für ihn“. Die Fachleute sind jedoch nicht einig, was die Zeit der Anfertigung des Grabsteins betrifft. Das Epitaph ist als spätgotisches Grabdenkmal datiert. Aus weiteren Steinelementen ist ein mittelaltrlicher Grenzstein mit dem Rosenberger Wappen zu erwähnen, das bei dem rechten unteren Rande des rosenbergischen Grabmals angebracht ist.
 
 
STOCKWERK
  
B.01. Saal der Herren von der Rose (Geschichte des 13. – 16. Jahrhunderts)
Saal der Herren von der Rose Das Leben der Krumauer Burg und des Schlosses wurde vier Jahrhunderte mit dem Namen des mächtigen böhmischen Geschlechts der Wittigonen mit Wappenzeichen der fünfblättrigen Rose verbunden. Die ursprüngliche Burg gründeten in der Mitte des 13. Jahrhunderts Herren von Krumau. Nach dem Aussterben der Krumauer Wittigonen im Jahre 1302 erbten die Herrschaft und Burg die mit ihnen verwandten Rosenberger, die sie bis 1602 im Besitz hatten, verwalteten und ständig bewohnten.
 
das Gemälde „Teilung der Rosen“ von Anton Streer aus 1742Die Anfänge des Geschlechts der Wittigonen fängt das Gemälde „Teilung der Rosen“ von Anton Streer aus 1742 ein. Der Urvater des Geschlechts Vítek (Wittiko) von Prčice, „Vater der Rosen“ genannt, verteilte seine Herrschaften unter seine fünf Söhne, die auf ihren Schildern das Wappenzeichen der fünfblättrigen Rose verschiedener Farbe hatten. Die Söhne von Wittiko wurden Gründer von einigen selbstständigen Familienzweigen. Die tatsächliche Begebenheit vom Ende des 12. Jahrhunderts verwandelte sich im Verlauf der Jahrhunderte in eine Sage, die im 16. Jh zum Motiv des Gemäldes „Teilung der Rosen“ wurde. Die ausgestellte Leinwand zeigt nicht nur die Sitze der einzelnen Familienzweige, sondern auch die Gestalt der Krumauer Burg vor umfangreichen Renaissanceumbauten, die nach der Mitte des 16. Jahrhunderts durchgeführt wurden. Die Wappenzeichen sind zum Teil fiktiv, andere Wappenzeichen hat man auf dem Gemälde ganz vergessen – auf dem Gemälde fehlt die grüne fünfblättrige Rose, die Herren von Krumau, Gründer der Krumauer Burg, im Wappen hatten. Die Wappen der einzelnen Familienzweige, die in historischen Quellen zu finden sind, sind über dem Gemälde aufgehängt.
 
Das Codex ManessIn die Sammlungen der Krumauer Schlossbibliothek gehört das Faksimile (Kopie des Originals) von Codex Maness, das in den Jahren 1925 – 1927 angefertigt wurde.Das Original Codex Maness vom Anfang des 14. Jahrhunderts wird heute in der Universitätsbibliothek in Heidelberg aufbewahrt. Von der Buchmalerei schaut der böhmische König Wenzel II. auf, der sich in das Leben von Český Krumlov bedeutend eingeschrieben hat. Der junge Herrscher ist unter dem Einfluss seines Stiefvaters, des Mitglieds des Krumauer Zweiges der Witigonen, Záviš von Falkenštejn, herangewachsen, der in den 80er des 13. Jahrhunderts das ganze Land für den minderjährigen Herrscher verwaltete. Nachdem sich Wenzel II. vom Záviš's Einfluss befreit hatte, entschied er sich für seine Gefangenschaft und schliesslich auch für seine Hinrichtung (im J. 1290). Der junge König liess aus dem Lande Záviš's Brüder verbannen und später auch hinrichten. Nach dem Aussterben der Krumauer Witigonen gab er Burg Krumau im J. 1302 einem anderen Zweig, den Rosenbergern, ab, die rote fünfblättrige Rose im Wappen hatten.
 
Peter I. von RosenbergEines den bedeutendsten Werken der böhmischen Gotik ist die Kollektion von 9 Tafelbildern des sog. Hohenfurther Altars aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, deren Originale heute in der Nationalen Galerie in Prag aufbewahrt werden. Die Tafelbilder wurden ursprünglich für das Zisterzienserkloster in Vyšší Brod (Hohenfurth) angefertigt. In der rechten Ecke der hier ausgestellten Kopie des Bildes „Geburt des Herrn“ ist der Besteller des Werkes mit dem rosenbergischen Wappen dargestellt. Wahrscheinlich handelt es sich um die Darstellung von Peter I. von Rosenberg, der der Jungfrau Maria die Kirche abgibt. Zu weiteren andachtsvollen Taten dieses Herrschers gehörte auch der Bau der St. Veits-Kirche und St. Josts-Kirche in Český Krumlov. Aus dem Nachlass Peters wurde im J. 1350 auch das Krumauer Minoritenkloster gegründet. Mit dem Namen Peters I. von Rosenberg ist auch die bedeutende flächenhafe Erweiterung des Krumauer Burgareals um den Palastkomplex der sog. Oberen Burg verbunden.
 
das erste deutsche Erscheinen des Erstdrucks der Nürnberger Weltchronik von Hartmann Schedel aus 1493Aus der Sammlung der Krumauer Schlossbibliothek stammt auch das erste deutsche Erscheinen des Erstdrucks der Nürnberger Weltchronik von Hartmann Schedel aus 1493. Das Buch, das reich mit zum Teil kolorierten Holzschnitzereien von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff ilustriert ist, wurde 1876 mit dem neuen Einband versehen, wobei man immer das mittelalterliche Schmieden verwendet hat. Die Chronik erzählt unter anderem von der Gefangenschaft des böhmischen und römisch-deutschen Königs Wenzel IV., der am rechten Rande unter der Aufschrift Wentzlaw dargestellt ist. An der Gefangenschaft Wenzels beteiligte sich vor allem Jindřich III. (Heinrich) von Rosenberg, der seinen Landesherrscher zweimal (1394 und 1402) auf der Krumauer Burg gefangen hielt.
 
Das FalsifikatOldřich (Ulrich) II. von Rosenberg hat in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts die durch den Krieg zerrütteten Verhältnisse im Böhmischen Königreich ausgenutzt und erweiterte bedeutend sein Dominium. Er genierte sich nicht, zu diesem Zwecke die Urkunden zu fälschen. Das bedeutende Falsifikat Ulrichs war die angebliche Urkunde von Karl IV. aus dem Jahre 1360, die unter der Bezeichnung „Rosenbergische Geschlechtsordnung“ bekannt ist, die den Rosenbergern die Ordnung der Erbfolge nach dem sog. Senioratsprinzip bestätigte. Das Vorrecht hiess in der Praxis, dass alle Familienmitglieder nacheinander erben konnten. Nach diesem gefälschten Dokument sollte immer nur eines, wenn möglich das älteste Mitglied des Geschlechts, regieren, der Titel „Herrscher des Rosenbergischen Geschlechts“ hatte. Dieses Falsifikat, dessen Faksimile hier ausgestellt ist, schützte den Familienbesitz vor der Verminderung zwischen eine ganze Reihe der Verwandten, der „Rosenbergische Herrscher“ zählte dadurch zu reichsten Adeligen des Königreichs und endgültig wurde diese Ordnung durch die Einschreibung in die Landtafeln im J. 1493 legalisiert.
 
Das Wappen ist eine Erinnerung an fiktive Legende aus der Mitte des 15. Jahrhunderts von der Verwandschaft der Rosenberger mit dem italienischen fürsterlichen Geschlecht Orsini. Der Gründer dieser Legende war in der Mitte des 15. Jahrhunderts Ulrich II. von Rosenberg. In der Mitte des 16. Jahrhunderts knüpfte Vilém (Wilhelm) von Rosenberg an diese Legende an, der in den unteren Teil des Rosenberger Wappens die rot-silberen schiefen Streifen der Familie Orsini zugab, in den oberen Teil verschob er die rote fünfblättrige Rose und das Wappen ergänzte noch um zwei Schildträger in Form zweier Bären. Der Name Orsini wurde vom Wort „orsa“ abgeleitet, das im Lateinischen „Bärin“ bedeutet. Mit dem Namen Wilhelms von Rosenberg ist auch die Zucht dieser heraldischen Tiere im Krumauer Burggraben verbunden. Die Tradition der Bärenzucht auf dem Schloss in Český Krumlov überdauert seit Wilhelms Zeiten bis heute, also mehr als 400 Jahre. 
 
Kopie des Gemäldes aus dem 19. Jahrhundert, deren Vorlage das Porträt von Wilhelm von Rosenberg aus dem Jahre 1589 warKopie des Gemäldes aus dem 19. Jahrhundert, deren Vorlage das Porträt von Wilhelm von Rosenberg aus dem Jahre 1589 war. Der 54-jährige Herrscher des Rosenberger Hauses ist hier mit dem Orden des Goldenen Vliesses am Hals abgebildet, der ihm 1585 der spanische König Filip II. verlieh. Wilhelm bekleidete seit 1570 das Amt des obersten Burggrafen der Prager Burg und vor allem im Rahmen der Auslandsbeziehungen wurde er als böhmischer Vizekönig bezeichnet. Seine politischen Ambitionen führten jedoch höher. Zweimal, in den Jahren 1573 und 1575, überlegte man über seine Kandidatur zum polnischen Thron. Selbstbewusste repräsentative Ansprüche und politischer Aufstieg des elften rosenbergischen Herrschers wurden zum Impuls für umfangreiche Umbauten der Krumauer Residenz. Zu Bauaktivitäten Wilhelms gehörte ausserdem auch der Reinaissanceumbau der Kleinen Burg. Nach seinem Tode im Jahre 1592 wurde Wilhelm in der Krumauer St. Veits-Kirche begraben.
 
Kopie des Bildes aus dem 19. Jh., deren Vorlage das Porträt von Peter Vok von Rosenberg im Alter von 40 Jahren aus 1580 warKopie des Bildes aus dem 19. Jh., deren Vorlage das Porträt von Peter Vok von Rosenberg im Alter von 40 Jahren aus 1580 war. Der hängende Schlüssel an der Hüfte des Adeligen symbolisiert sein ehemaliges Hofamt des Kämmerers von Kaiser Maxmilián II. Der letzte Rosenberger ist aus jungen Sturmvogel in ungewöhnlich bemerkenswerte Persönlichkeit mit tiefen Kulturinteressen herangewachsen. Die wurden vor allem durch seinen Übergang von dem katholischen Glauben zu Lutheranern beeinflusst, später zu Böhmischen Brüdern. Über eine besondere Aufmerksamkeit freute sich am Hof Peters Vok vor allem die Bibliothek. Als Peter Vok 1592 die Verwaltung des rosenbergischen Dominiums übernahm, stand er am Rande des Bankrotts. Peter Vok gelang es, das Dominium aus Schulden herauszubringen, aber er musste 2/3 der ursprünglichen rosenbergischen Besitztümer verkaufen. Nachdem er die Herrschaft Krumau an Kaiser Rudolf II. 1602 verkauft hatte, übersiedelte er auf Třeboň (Wittingau), wo er 1611 starb. Mit Peter Vok starb das ganze Geschlecht der Rosenberger in männlicher Linie aus.
 
Das Gemälde, auf dem die Sitzung des böhmischen Landesgerichtes auf der Prager Burg im J. 1593 abgebildet ist, wurde am Ende des 16. Jahrhunderts gemalt. Bei der Sitzung des Landesgerichtes nahm jeder nach der festgesetzten Sitzordnung seinen Platz ein. Die Würdigkeit der Stellung ist hier im Prinzip durch den Abstand von dem Herrscher bestimmt, der auf dem erhöhten Thron sitzt. Der rosenbergische Herrscher hatte das Recht, auf dem ehrlichsten Platz zu sitzen, rechts von dem Landesherrscher neben dem Thron. Dieses Vorrecht wurde auch auf der Darstellung der Sitzung des Landesgerichtes gründlich eingehalten, obwohl der damalige rosenbergische Herrscher Peter Vok an der Sitzung nicht teilnahm. Rechts von dem böhmischen König, dem Kaiser Rudolf II., wurde das rosenbergische Wappen gemalt. Wilhelm von Rosenberg hatte als der höchste Prager Burggraf das Recht, direkt vor dem Herrscher zu sitzen und in der Zeit der Abwesenheit des Herrschers sogar auf seinem Thron.
 
 
B.02. Saal der Krumauer Herzöge (Geschichte 17. - 18. Jh.)

Saal der Krumauer Herzöge Die Periode der habsburgischen Kammerverwaltung auf der Krumauer Herrschaft dauerte nur zwanzig Jahre. Kaiser Rudolf II. kaufte die hiesige Herrschaft von dem verschuldeten letzten Rosenberger im J. 1602, aber bereits im J. 1622 schenkte sie Kaiser Ferdinand II. dem steirischen Adelsgeschlecht der Eggenberger. Dieses Geschlecht starb 1719 ohne männliche Nachkommen aus und die Herrschaft überging an verwandte Schwarzenberger. Seit 1628 prahlten die Besitzer der Krumauer Herrschaft mit dem Titel der „Krumauer Herzöge“.

 
Johann Ulrich von EggenbergJohann Ulrich von Eggenberg (1568 – 1634), der einflussreiche Ratgeber und Vertraute des Kaisers Ferdinand II., gewann Herrschaft Krumau im J. 1622 als Geschenk vom Kaiser für seine treuen Dienste und unkleine Finanzhilfe. Die Eggenberger waren ursprünlich ein neureiches bürgerliches Kaufmannsgeschlecht, das edele Vorfahren misste. Diesen Mangel wurde durch die Erhebung in den Adelsstand und durch die Erteilung des Titels „Krumauer Herzog“ gelöst.
 
 
 
Faksimile des Diploms von Kaiser Ferdinand II., das am 15. April 1628 auf der Prager Burg ausgestellt wurde, durch das die Krumauer Herrschaft auf Fürstentum mit dem Herzogtitel erhoben wurdeFaksimile des Diploms von Kaiser Ferdinand II., das am 15. April 1628 auf der Prager Burg ausgestellt wurde, durch das die Krumauer Herrschaft auf Fürstentum mit dem Herzogtitel erhoben wurde. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Böhmen und Mähren nur zwei Herrschaften, wo man diesen Titel benutzen durfte. Ausser Krumau war es noch Herrschaft Frýdlant des kaiserlichen Generalissimus Albrecht von Waldstein. Nach dem Waldstein's Fall und der gewaltsamen Liquidation 1634 ist der Titel „Frýdlanter Herzog“ erloschen und in folgenden 152 Jahren (bis 1786) stellte die Krumauer Herrschaft das einzige Herzogtum in Böhmen und Mähren dar.
 
Johann Christian von Eggenberger Erst die dritte Generation der eggenbergischen Besitzer der Krumauer Herrschaft, die Fürst Johann Christian von Eggenberger (1641 – 1710) und seine Gemahlin Maria Ernestine, geb. Gräfin von Schwarzenberg, repräsentieren, erneuerte den Ruhm der verlassenen rosenbergischen Residenz in Český Krumlov, die sie in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut hat. Beliebte Musen der letzten Eggenberger – Musik und Theater – lieferten der prunkvollen Krumauer Barockresidenz an Glanz. Johann Christian liess auf dem Schloss nicht nur eine fürsterliche Kapelle gründen, sondern auch eine professionelle Schauspielergruppe, für die er im V. Schlosshof ein neues selbstständiges Theatergebäude erbauen liess.
 
Maria Ernesteine von Schwarzenberg Maria Ernesteine von Schwarzenberg (1649 – 1719), Gemahlin des Krumauer Herzogs Johann Christian von Eggenberg, war eine leidenschaftliche Leserin, die eine besondere Aufmerksamkeit ihrer Bibliothek schenkte. Fürstin selbst ordnete sie und bereicherte sie um die französische und italienische Literatur. Nach dem Tode von Maria Ernestine im J. 1719 erbte ihr Neffe Adam Franz von Schwarzenberg die Krumauer Herrschaft.
 
Karte der eggenbergischen Herrschaften Krumau und Netolice vom Wende des 17. und 18. Jarhrhunderts. Die Orientierung der Himmelsrichtungen auf der Karte ist vom Gesichtspunkt der heutigen Gewohnheiten gewissermassen ungewöhnlich. Der West ist am oberen Rande der Karte, der Ost in der Richtung nach oben, der Nord nach rechts und der Süd nach links. Die Wälder in dem oberen Teil der Karte stellen die Grenzwälder des Böhmerwaldes dar. Nach dem Jahre 1634 besassen die Eggenberger die grösste Herrschaft im Böhmischen Königreich. Ihre weiteren Besitztümer gab es in dem heutigen Österreich, Slowenien und Norditalien.
 
Die Bestattungsfahne von Johann Christian von Eggenberg wurde im J. 1710 mit Tempera auf das Papier gemaltDie Bestattungsfahne von Johann Christian von Eggenberg wurde im J. 1710 mit Tempera auf das Papier gemalt. Auf der Fahne ist das zeitgenössische eggenbergische Wappen abgebildet – fünf rote Rosen sind das Wappen des Krumauer Herzogtums. Die Aufschriften auf der Fahne geben den Tod des Fürsten Johann Christian bekannt. 24 Initialen im Lateinischen symbolisieren Anfangsbuchstaben der Titel des verstorbenen Adeligen.
 
Unter dem genealogischen Stammbaum der Schwarzenberger, der 1688 angefertigt wurde, steht der Familiengründer Erkinger von Seinsheim, der im 15. Jh. lebte. Im Hintergrund ist Schloss Schwarzenberg in Unterfranken in Deutschland abgebildet, nach dem diese Familie ihren Namen trägt. Unter dem Stammbaum ist eine Fahne mit dem böhmischen Wappen gemalt, die daran erinnert, dass die Schwarzenberger sich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts dauernd in Böhmen angesiedelt haben. 1599 wurde Adolf von Schwarzenberg in den gräflichen Stand erhoben, was auf dem Stammbaum symbolisch dadurch geäussert ist, dass er und seine Nachkommen über der Kartusche mit ihren Namen das gräfliche Krönchen gemalt haben. Johann Adolf I. und sein Sohn Ferdinand sind im Stammbaum mit dem fürsterlichen Krönchen abgebildet, denn das Geschlecht wurde 1670 in den Adelsstand erhoben. Dieses Vorrecht bezog sich nur auf die regierenden Mitglieder des Geschlechts, ihre Geschwister und Verwandten waren auch weiter nur Grafen. Über ihren Namen sind deshalb gräfliche Krönchen gemalt. Die fürsterliche Stellung wurde den Familienmitgliedern erst im J. 1746 zuerkannt.
 
Adam Franz von Schwarzenberg Adam Franz von Schwarzenberg (1682 – 1732) erbte 1719 von seiner Tante Maria Ernestine von Eggenberg die Krumauer Herrschaft, wodurch er Besitzer des grössten Grundbesitzes in Böhmen wurde. Im J. 1732 kulminierten die Vorbereitungen auf den Besuch von Kaiser Karl VI. Nicht lange vor der Ankuft des Kaisers nach Krumau kam es jedoch zur unvorstellbaren Tragödie. Kaiser Karl VI. hat seinen Gastgeber, Fürst Schwarzenberg, durch einen unglücklichen Zufall bei einer Hirschjagd tödlich angeschossen.
 
Faksimile des Diploms von Kaiser Karl VI., in Form des Buches mit acht Pergamentblättern, vom 28. September 1723 (herausgegeben in Prag), wodurch den Schwarzenbergern erlaubt wurde, den Titel „Krumauer Herzog“ zu benutzen. Die Krumauer Herrschaft war damals das einzige Herzogtum in Böhmen und in Mähren. Diese Hoheitsstellung der Schwarzenberger widerspiegelte sich besonders bei den Krönungen der böhmischen Könige, bei denen den Krumauer Herzögen einer den ehrlichsten Plätzen gehörte.
 
das Porträt des minderjährigen Fürsten Josef mit der interessanten symbolischen GesteNachdem Kaiser Karl VI. 1732 den Fürsten Adam Franz von Schwarzenberg vom Versehen auf der Jagd tödlich angeschossen hatte, zeichnete er seinen Sohn, den zehnjährigen Josef I. Adam (1722 – 1782), mit dem höchsten habsburgischen Orden aus. Der schuldige Kaiser schickte dem verwaisten Prinzen den Orden des Goldenen Vlieses. Die Erteilung des Ordens des Goldenen Vlieses dem Kind dieses Alters und Adelsstandes war damals ganz ungewöhnlich. An das ganze Ereignis erinnert bis heute auf dem Krumauer Schloss das Porträt des minderjährigen Fürsten Josef mit der interessanten symbolischen Geste. Der ausgezeichnete fürsterliche Sohn mit dem Orden des Goldenen Vlieses und im Ordensornat zeigt auf das Pyramidengrabmal im Hintergrund, wodurch er dem Beobachter symbolisch mitteilt, dass diese grosse Hochachtung durch das Leid nach dem toten Vater abgebüsst ist. 
 
Paulina Charlotta von AhrenbergPaulina Charlotta von Ahrenberg(1774 – 1810), Gemahlin des Fürsten Josef II. Jan Nepomuk von Schwarzenbergu (1769 – 1833), starb tragisch bei einem Brand auf dem Ball, der im Jahre 1810 in Paris anlässlich der Napoleon's Hochzeit stattgefunden hat. Das Porträt von Paulina ist eine Kopie, die Charles Louis Philippot nach dem Originall von Johann Babtist Lambiho gemalt hat. Das Bild entstand erst nach dem Tode der Fürstin, was bestimmte Attribute symbolisch ausdrücken. Auf dem Boden liegt neben der gekenterten Uhr eine Büste von Pauline. Relief auf dem Podest der Säulen im Hintergrund stellt ein Pyramidengrabmal mit Initialien PS, dar, was Paulina Schwarzenberg bedeutet. Vor dem Grabmal sitzt eine Frau, zu der kleine Kinder nähertreten und sie geben ihr Kränze. Die Darstellung drückt wahrscheinlich Leid der 9 verwaisten Kinder aus, die nach dem tragischen Tode von Paulina ohne die Mutter blieben. Die angerührten Farben und ein Pinsel auf dem Boden erinnern an künstlerische Begabung der Fürstin, so wie eine Radierung von Pauline, die Schloss Hluboká darstellt und die in ein geöffnetes Buch umgezeichnet wurde.
 
 
 
B.03. Verwaltungsbüro  der  Schwarzenbergischen Herrschaft
Verwaltungsbüro  der  Schwarzenbergischen HerrschaftČeský Krumlov wurde im Jahre 1719 zur Residenzstadt und zum Hauptverwaltungszentrum des schwarzenbergischen Majorats. Obwohl die fürsterliche Familie 1848 ihren Hauptresidenzsitz nach Hluboká verlegte, erhielt sich das Krumauer Schloss im bestimmten Sinne auch weiter seinen zentral Verwaltungscharakter. Die erhöhte Aufmerksamkeit schenkten die Schwarzenberger der sozialen Sicherstellung ihrer fürsterlichen Angestellten, für die sie nicht nur einen Pensionsfonds (1765) gründeten, sondern auch eine Analogie der betrieblichen Krankenkasse (1852). Die soziale Sicherstellung des hohen Standards wurde dank der ökonomischen Prosperität der schwarzenbergischen Güter in einer ganzen Reihe der wirtschaftlichen Zweige ermöglicht. Einige von ihnen, wie z. B. Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Jagdwesen, Teichwirtschaft, Bierbrauerei und Bergbau der nutzbaren Bodenschätze, repräsentieren Exponate in Vitrinen. Die Exposition des Verwaltungsbüros der Herrschaft wurde mit authentischen Möbeln nach erhaltenen zeitgenössischen Fotografien eingerichtet.
 
 
B.04. Büro des Direktors
Büro des DirektorsAm Anfang des 19. Jahrhunderts wurden im ersten Stockwerk der Kleinen Burg die Büros des Herrschaftsdirektors und seines Amtes errichtet und im Erdgeschoss dann auch das Forstamt und Lager für Wildbret. Eine Menge von Aktivitäten und Projekten, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch die schwarzenbergische Verwaltung realisiert wurden, brachte in Räume der Kleinen Burg einen früher nie gesehenen Verkehr. Der Herrschaftsdirektor stellte das ganze Jahr die wichtigste Person auf dem Schloss dar, weil die fürsterliche Familie sich auf Krumlov nur einige Monate im Jahre aufgehalten hat. Seine Wohnung diente gleichzeitig als Stelle des Familien- und Gesellschaftslebens der höheren fürsterlichen Beamtenschaft.
Dieser Teil der Exposition hat vor, wenigstens andeutungsweise, den bürgerlichen Wohnstil der Familie des höheren Verwaltungsbeamten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts näherzubringen. Das Büro des Direktors ist, im Gegensatz zum vorstehenden Büro der Beamten, prunkvoller eingerichtet und entsprechend präsentiert es die hohe Gesellschaftsstellung seines Besitzers. Ausser den Gegenständen, die zu diesem Zeitpunkt in den Büros normal zu finden waren, sind hier auch einige Herrengegenstände privaten Charakters ausgestellt, einschliesslich der Geschenke, die Fürst von seinen Untertanen bekam.
 
 
B.05. Empfangszimmer
EmpfangszimmerDas Empfangszimmer diente für den Empfang von Gästen, für die Nachmittagszwischenmahlzeit oder für das Geniessen eines Likörs oder eines Digestivums nach dem Abendbrot. Zu seiner Einrichtung gehörten vor allem bequeme Sitzmöbel - ein Sofa für zwei bis drei Personen, Armlehnsessel, niedriger Tisch, kleine Tische und eine oder zwei Vitrinen, sog. Glasschränke. In einem Schrank bewahrte die Hausfrau "Familienschätze" auf. Einzigartige Gegenstände aus Glas, Porzellan, Elfenbein, Perlmutter oder aus Edelmetallen, Reisesouveniers, Kuriositäten, erste Haarlocken der Kinder in Medaillons, die ersten ausgefallenen Kinderzähne, Rosenkranze von der Mutter, Pfeifen des Vaters usw.
Der zweite Glasschrank diente für Aufbewahrung von Kaffee- und Teeservice, Schokoladentassen, Desserttellern, Schalen, Gläsern und Karaffen für Likör und Digestivum. Weiter fanden hier Löffel, Gabeln, Schaufeln für Desserts, Schöpflöffel, Zangen und weitere benötigte Bestecke ihren Platz, die für diese Zwecke besonders dekorativ verziert waren.
 
Auf den Wänden hängen Werke von Ferdinand Runk (1764 - 1834), dem Hofmaler des Fürsten Joseph Johann von Schwarzenberg, der auf seinen Gemälden die schwarzenbergische Herrschaft  zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts abbildete. In diesem Raum befinden sich seine bekanntesten Veduten von der Stadt Český Krumlov/Krumau und ihrer Umgebung.
 
 
B.06. Schlafzimmer
SchlafzimmerDer Charakter der bürgerlichen Wohnungen ging vor allem von üblichen Lebensbedürfnissen der Familien aus, die ganz zahlreich waren. Im 19. Jh. und in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts war es in Mitteleuropa üblich, dass die Familie 7 bis 12 Mitglieder hatte. Geräumige Wohnungen bestanden aus dem Schlafzimmer der Ehegatten, Zimmer für Jungen, Zimmer für Mädchen, Salon, Speisesaal, der Küche mit Speisekammer und Kammer, Raum zum Baden und Waschen von Wäschen, Zimmer für Dienstmädchen und Vorraum. Das Trockenklosett wurde am Ende des Söllers oder im Zwischenstock angebracht.
In bürgerlichen Familien wurde die adelige Gewohnheit der getrennten Schlafzimmer der Ehegatten nicht angenommen. Die Einrichtung der Schlafzimmer, wo auch die Morgenhygiene durchgeführt wurde, formierte sich am Anfang des 19. Jahrhunderts. Auf der Marmorplatte der Waschkomode standen ein grosses und tiefes Waschbecken, ein Krug mit kaltem Wasser und ein kleinerer Krug für heisses Wasser, ein Seifennapf, eine längliche Schüssel mit Deckel für Zahnbürsten, eine kleinere Schüssel mit Deckel für Zahnputzpulver und eine längliche Schüssel für Kämme.
 
 
B.07. Speisesaal
SpeisesaalDie Ausschmückung des Speisesaales mit Neorenaissancegrotesken und – rosetten auf der Decke stammt aus dem Jahre 1881, als diese Wohnung der Direktor der schwarzenbergischen Herrschaft Antonín Nedobitý mit seiner Familie bewohnte. In solchen bürgerlichen Familien trennte die Frau des Hauses streng den Arbeitsteil der Wohnung von ihrem Gesellschaftsteil. Die Familie tafelte im Speisesaal, Kaffee oder Tee servierte man am Nachmittag im Salon. Zur Hand hatte sie eine Bedienerin für gröbere Arbeiten (Wasser-, Holz- und Kohlentragen, Waschen des Bodens), eine Hilfsköchin für Hilfe bei dem Einkaufen, Zusammenstellen des Menüs und Kochen und ein Dienstmädchen für Hilfe mit dem alltäglichen Saubermachen der ganzen Wohnung, mit Wäschen und mit der Bedienung am Tisch. Die Organisation der Haushaltsführung und das Kochen wurden in speziellen Schulen unterrichtet. Die Haushaltsführung stellte, was die Managerfähigkeiten betrifft, eine anspruchsvolle Profession dar, die zur Führung einer Pension oder eines kleinen Hotels sehr nahe hatte. 
 
In der Mitte des Speisesaales stand ein ausziehbarer Tisch und rund den Tisch gepolsterte Stühle. Am Rande des Speisesaales waren ein oder mehrere Geschirrschränke untergebracht, die früher „Credenza“ genannt wurden, später nach dem französischen Vorbild „Buffet“, weiter Ablagetische, Blumenständer und eine unwegdenkbare Vitrine mit ausserordentlichen Porzellanstücken und Tischdekorationen. Die Wände wurden mit Bildern ausgeschmückt, meistens jedoch mit Grafiken mit Motiven der Stillleben, Blumen oder Ansichten in die Landschaft.
 
AsiatikaDie auf dem Krumauer Schloss aufbewahrten Asiatika umfassen eine relativ grosse Anzahl der chinesischen aus Kalk geschnittenen Figuren. Den Schwerpunkt der Kollektion, die mehr als ein hundert Exemplare zählt, bilden die aus der Regierungszeit der Dynastie Qing (1644 – 1911) stammenden Figuren. Die meisten Figuren stellen die Gestalten dar, die sich auf taoistische oder buddhistische Ikonografie beziehen. Man nimmt an, dass diese Sammlungen, zu denen sich noch die Kollektion des hochwertigen japanischen Porzellans anreiht, nach Český Krumlov Karel Vavřinec von Schwazenberg schickte, der am Anfang des 20. Jahrhunderts in Tokio als Legationssekretär der österreichischen Botschaft wirkte.
 
In der Zeit des Romantismus kamen die Renaissancebierkannen, Humpen und riesige Becher in Beliebtheit zurück, die mit farbigem Email mit historischen und heraldischen Darstellungen gemalt wurden, die wir auch auf diesem sog. Waldglas (Grünglas) aus den 70er des 19. Jahrhunderts finden. Das grüne Glas verschiedener Schattierung wurde einige Jahrhuderte in Mitteleuropa hergestellt, weil die Glasmacher nicht fähig waren, durch die damals angewandten Technologien seine natürliche Farbe zu beseitigen. Die hiesigen Quarzsände, die als Grundstoff für Glaserzeugung dienen, enthalten Oxide des Eisens, die ihre grüne Färbung verursachen. Auf die Weise, wie man Oxide des Eisens beim Schmelzen beseitigen kann und wie man in hiesigen Bediengungen Glas wie Kristall erzeugen kann, kam erst im Jahre 1683 Hüttenmeister Michael Müller aus Janouškova Huť (Janoušek-Hütte) aus dem Böhmerwald, der für Glaserzeugung ein Privilegium erhielt. Um einige Jahre früher, im J. 1680, entdeckte Hüttenmeister d´Ossimontov, der auf der Herrschaft Nové Hrady der Familie Buquoy arbeitete, den technologischen Vorgang für Erzeugung von Klarglas.
 
Becher aus den 70er des 19. Jahrhunderts ist ein vollkommenes Beispiel des böhmischen Glases. Hergestellt wurde er in der ausgezeichneten Glashütte in Adolfov bei Vimperk. Den Namen Adolfov erhielt diese Ortschaft gerade nach Johann Adolf II., ähnlich wie das unweit gelegene Städtchen Lenora, auf deutsch Eleonorenhain, die nach seiner Gemahlin Eleonore benannt wurde.
 
Becher mit dem schwarzenbergischen WappenBecher mit dem schwarzenbergischen Wappen, das mit dem Orden des Goldenen Vlieses umgewunden ist und das mit einer Rubinspirale geschmückt ist, gehörte Adam Franz von Schwarzenberg. Er stammt aus der Janoušek-Hütte (Janouškova Huť), die in der Nähe von Vimperk liegt, die auf den Herrschaften von Adam Franz tätig war und die zu progressivsten Glashütten ihrer Zeit gehörte. Der Becher wurde wahrscheinlich in den Jahren 1712 – 1732 hergestellt.
 
 
B.08. Ikonographie  der Burg und des Schlosses Český Krumlov
Ikonographie  der Burg und des Schlosses Český KrumlovDer geschlossene Söller wurde zur Wohnung des Direktors im ersten Stockwerk der Kleinen Burg im Jahre 1843 zugebaut, wegen dem Komfort und der Bequemlichkeit des Herrschaftsdirektors. Das Thema dieses Raumes ist Ikonographie des Krumauer Schlosses. Die umfangreiche adelige Residenz, die auf dem Felsenvorsprung oberhalb der Moldau emporhebt, wurde zur Inspiration von mehreren Künstlern, die sie in verschidenen Perioden sowie Bauphasen erfassten. Die Veduten, aus Öl oder Aquarell, Zeichnungen oder grafische Blätter stammen aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Im Gang ist die Auswahl an interessantesten Blicken auf das Schlossareal ausgestellt (Kopien). Den aristokratischen Sitz hat man am meisten von der südlichen Seite gemalt, die der Stadt dominiert. Selten erscheint der Blick vom Norden, über sog. Hirschgarten. Mit der Reihe der Darstellungen ist ein Widerspruch mit der Realität verbunden. Der Schlossturm beeindruckte viele Künstler so intensiv, dass sie ihn mehr höher gemalt haben, als er in der Wirklichkeit ist.
 
 
B.09. Schatzkammer der sakralen Kunst
Schatzkammer der sakralen KunstDer geistliche Ausmass des Lebens im Milieu der Krumauer Schlossresidenz und der umliegenden Herrschaft und vor allem verschiedene Formen der materiellen Ausdrücke der katholischen barocken Frömmigkeit sind Hauptthemen der Exposition in diesem Raum.
Ausgestellte Gegenstände sind in 3 Grundgruppen eingeteilt:
 
1)     Das selbstständige Ensemble sind Artefakten, die aus sakralen sowie weltlichen Räumen des Schlosses stammen, vor allem liturgische Kleidungen und kleinere Gegenstände, die mit dem Zelebrieren der Gottesdienste in der St. Georgs-Kapelle zusammenhängen, und Gegenstände, die persönliche Frömmigkeit der Schlossbewohner beweisen. Zu diesem Ensemble gehören auch verschiedene andachtsvolle Dekorationen und kleine Reliquienschreine
 
2)     Die zweite Gruppe der Artefakten ist ein Teil der Einrichtung aus der barocken Wahlfartskapelle St. Kreuz auf dem Kreuzberg, deren wichtiger Anhänger auch die Krumauer Obrigkeit war. Kapelle auf der Anhöhe über Krumau wurde im Jahre 1710 gebaut, in Zusammenarbeit mit dem Krumauer Magistrat, Fürsten Johan Christian von Eggenberg und seiner Gemahlin Maria Ernestine.
 
3)     Die dritte Gruppe bildet ein ausserordentliches, neu restauriertes, Ensemble der barocken Reliquienschreine mit Reliquien der sog. Heiligen aus Katakomben, die aus Altaren des ehemaligen Krumauer Minoritenklosters stammen. Die Ausschmückung dieser Reliquienschreine realisierte Werkstatt der Krumauer Klarissinen. Das Minoritenkloster sowie das anknüpfende Kloster der Klarissinen verband mit der Schlossresidenz eine ganze Reihe von Beziehungen. Die Klöster wurden bereits im 14. Jh. von Rosenbergern gegründet und wurden vielseitig auch von späten Besitzern der Herrschaft unterstützt.
 
Die Reliquien aus dem 2. bis 5. Jh., die dem hl. Reparat(us) zugeschrieben werden, stammen, nach der erhaltenen Bescheinigung aus dem Jahre 1769, aus römischen St. Agnes-Katakomben auf Via Nomentana, von wo aus sie geholt und nach Český Krumlov gebracht wurden. Für den Körper des Heiligen wurde ein goldener Glasschrein in Form eines Schrankes hergestellt. Die anspruchsvolle Ausschmückung der Reliquien mit dem seidigen Sammet, Organza, Musselin, silbernem Lahnfaden und Spitze aus Lahnfaden, Glasperlen und seidigen Blüten haben Krumauer Klarissinen durchgeführt. Die fehlenden Teile der Füsse und Zehen ergänzten die Klarissinen mit Holznachahmungen der Gebeine. Bei der rechten Hand des Heiligen liegen Fragmente der Palme, was Märtyrtum symbolisiert.
 
 
B.10. Rüstkammer
RüstkammerDie historisch älteste Angabe von auf der Burg Krumlov aufbewahrten Rüstungen ist im Inventar aus dem Jahre 1545 angeführt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Rüstkammer gerade im Gebäude der Kleinen Burg. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Waffen in der sog. Römischen Kammer in der Krumauer Oberen Burg aufbewahrt, von wo aus die meisten Waffen im 19. Jahrhundert auf das neu umgebaute Schloss Hluboká gebracht wurden. Der kleinere Teil der Waffenkollektion blieb in Räumen der Römischen Kammer, die auch weiter die Funktion des Familienmuseums erfüllte, wo man Waffen und Uniformen von Familienangehörigen, Waffen als Geschenke, Souvenirs aus Reisen oder archäologische Funde aufbewahrte.
 
Dieses thematisch bunte, aber nicht stammverwandte, Material ist frei in einige Bereiche gegliedert, die in einzelnen Vitrinenblöcken instaliert sind:
 
1)     Jagdliche Feuerwaffen und ihr Zubehör, überwiegend aus dem 18. und 19. Jh.
 
2)     Sammlung der orientalischen Waffen, deren grössten Teil die Waffen afrikanischen Ursprungs bilden, die mit afrikanischen Safaris von Dr. Adolf Schwarzenberg verbunden sind, die er mit seiner Gemahlin Hilde in den Jahren 1929 – 1935 veranstaltete. 
 
3)     Ausrüstungs- und Festwaffen mit individuellen Anpassungen, die wahrscheinlich verschiedenen Angehörigen des schwarzenbergischen Geschlechts gehörten und die in die Sammlung aus dem Nachlass kamen.
 
4)     Kollektion von Paukschlägern, Floretten und Säbeln aus dem 19. Jahrhundert ist ein interessantes und nicht so oft ausgestelltes Material. Das Fechten nahm in der sportlichen Betätigung der adeligen Gesellschaft eine privilegierte Stellung ein. Besonders galt es bei dem letzten Besitzer des Schlosses Adolf von Schwarzenberg, der auf Hluboká Turniere im Fechten organisierte. 
 
Die ältesten Exemplare von Feuerwaffen sind Flinten mit Luntenschlössern aus dem 1. Drittel des 17. Jahrhunderts. Ursprünglich wurde in der Rüstkammer die Menge von mehr als 300 Waffen aufbewahrt. Diese Flinten dienten ausschliesslich militärischen Zwecken.
Eine den weiteren Entwicklungsstufen waren Flinten und Pistolen mit Radschlössern. Der Schwerpunkt ihres Benutzens war in der Jägerei. Aus dem ersten Drittel des 18. Jahrnuderts stammt die Kollektion von sehr robusten Kugelbüchsen mit deutschen Schaften, die wahrscheinlich für sog. Segeljagden bestimmt waren. Die Aufladung dieser Büchse besorgte die Dienerschaft.
 
Aus kalten Jagdwaffen sind zwei Jagdmesser des Typs „jagdplaute“ mit Scheiden zu erwähnen, vom Ende des 17. Jahrhunderts und aus dem 18. Jh. Sie wurden bei sog. Parforcejagden zum Durchspalten der Sehnen auf Beinen des erreichten Tieres verwendet, damit es nicht zum Verletzten der Jäger und Jagdhunde kommt.
 
Das Unikat dieser Kollektion stellt ein Jagdmesser dar, das mit der Pistole mit dem Steinschloss kombiniert war, aus dem 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das mit dem Pistole verbundene Jagdmesser schmückt die Aufschrift „Vivat Maria Terezia“ - „Es lebe Maria Theresia“. Für Schwarzenberger war dieser Aufruf kein leeres Motto. Während die meisten böhmischen Adeligen die böhmische Königin am Anfang der 40er des 18. Jahrhunderts verraten hatten, blieben die Schwarzenberger Maria Theresia immer treu.
 
 
B.11. Präge
PrägeDas Recht, die Münzen zu prägen, wurde nur einigen Adeligen und weltlichen und kirchlichen Würdenträgern, vereinzelt den Städten, verliehen, aufgrund eines besonderen Privilegiums, das ihnen der Landesherrscher erteilte. Die privaten aristokratischen Prägungen hatten immer eine Repräsentationsdimension und in der Zeit vor der Schlacht am Weissen Berg wurde dieses Recht, die eigene Münze zu prägen, nur einigen Adelsgeschlechtern erteilt (Schlik, Pernsteiner, Rosenberger).
 
Die Rosenberger prägten ihre Münzen im 15. und 16. Jh. Dieses Privilegium hatten auch
weitere Besitzer der Krumauer Herrschaft, die Eggenberger. Das Recht, die eigene Münze zu prägen, gewann auch Fürst Johann Ulrich I. von Eggenberg, und zwar durch die Erteilung des sog. Grossen Palatinates im J. 1625. Johann Ulrich nutzte sein Münzrecht kurz nach der Erteilung und die ersten eggenbergischen Münzen liess er in der Prager Münzstätte in den Jahren 1625 – 1633 prägen.
Ulrich's Sohn, Fürst Johann Anton von Eggenberg, nutzte zum Prägen der eigene Münzen in den Jahren 1642 – 1644 das alte Krumauer Münzhaus, das sich im Durchgang zwischen dem III. und IV. Schlosshof befand. Im Jahre 1645 wurde die Prägung der eggenbergischen Münzen aus Český Krumlov nach Waldstein in der Steiermark verlegt.
Die Söhne von Anton, Fürsten Johann Christian und Johann Seygfried von Eggenberg, prägten die Münzen in den Jahren 1652 – 1658 gemeinsam in Krumau. Private Prägungen des Fürsten Johann Christian von Eggenberg gingen von dem Krumauer Münzhaus auf dem Schloss in den Jahren 1676 – 1688 aus, als das Kapitel der eggenbergischen Münzwesens in Böhmen definitiv geschlossen war. Johann Christian begann zwar in den 80er des 17. Jahrhunderts mit dem Aufbau des umgangreichen Gebäudes des neuen Münzhauses im II. Hof des Krumauer Schlosses, aber die Bauarbeiten dauerten bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts und 1702 erliess der damalige Kaiser ein Gesetz, das verbot, kleine Münzen zu prägen. Das neue Münzhaus diente also nie seinem ursprünglichen Zwecke.
Die Schwarzenberger verfügten seit 1671 über das Münzrecht, als Fürst Johann Adolf I. von Schwarzenberg dieses Recht vom Kaiser Leopold I. erhielt. Das Münzrecht nutzte am meisten Ferdinand von Schwarzenberg. Seine Prägungen gehören zu schönsten, sie entstanden in Wien, Kremnitz, Nürnberg, Köln am Rhein und in Augsburg, aber nie in Český Krumlov. Sein Sohn Adam Franz hatte eine Vorliebe im Prägen der Münzen in Gold. Aber auch er nutzte das Krumauer Münzhaus nicht. Die letzten schwarzenbergischen Prägungen stammen aus dem J. 1783. 
Eggenbergische Münzmaschinen aus dem 17. Jh., die in der Exposition der Präge ausgestellt sind, sind ein Beleg der meisterhaften Handwerksgeschicklichkeit. Es handelt sich um Münzmaschinen von drei Arten. Walzmaschinen dienten zum Dehnung und Walzung der Barren (= Stange der bestimmten Länge und des bestimmten runden Querschnittes). Die Barren wurden in Form des Bleches ausgewalzt, das mit seiner Dicke dem Durchmesser oder dem Vielfache des Durchmessers der Münze entsprach, welche von ihm geprägt werden sollte, aber mit seiner Länge überstieg es sie immer vielfach. Mit Hilfe der durchstossenden Maschinen wurden aus ausgewalzten Barren dünne Metallbleche (sog. „střížky“ = Kreis des spezifischen Gewichtes, das durch die königliche Verordnung für Münzen der bestimmten Art und Grösse festgelegt wurde) geprägt. Mit Hilfe der Taschenmaschinen wurde die eigene Prägung durchgeführt – in die Prägemaschine wurden zwei Prägestempel einer Münze (für Rück- und Oberseite) eingelegt und durch das Kurbeln wurde auf beide Seiten des dünnen Metallbleches ein bestimmtes Motiv geprägt. Das überschüssige Silber von Rändern der Metallbleche wurde mit Hilfe der speziellen Münzschere abgeschert.
 
 
B.12. Schwarzenbergische Garde
Schwarzenbergische GardeDie fürsterliche schwarzenbergische Garde entstand auf Initiative des Fürsten Adam Franz von Schwarzenberg wahrscheinlich im Jahre 1703 auf dem Schloss Hluboká, mit Absicht, das Prestige seines Hofes zu erhöhen. Als Hluboká in der Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges im Jahre 1741 durch fremde Truppen besetzt wurde, wurde die fürsterliche Garde auf das Schloss in Český Krumlov verlegt, auf dessen II. Schlosshof sie ganze zwei folgende Jahrhunderte ihren Sitz hatte. Um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts war die persönliche Garde ein ziemlich üblicher Bestandteil der adeligen Höfe. Während diese halbmilitärischen Truppen gegen Wende des 18. und 19. Jahrhunderts verschwunden sind, wurde die schwarzenbergische Garde erst im März 1948 nach der edgültigen Enteignung des Familienbesitzes aufgelöst.
Das Vorbild für schwarzenbergische Garde waren Grenadiertruppen, die als elitäre Armeen galten, zu denen man noch besonders schön gewachsene Männer anwarb. Obwohl die fürsterlichen Grenadiere an verschiedensten Kriegen aktiv teilnahmen, blieb die Standesrepräsentation des schwarzenbergischen Geschlechts auch weiter der Hauptsinn der Existenz der schwarzenbergischen Garde. Bei feierlichen Anlässen nahmen die Grenadiere Paraden ab, brannten Feuerwerke ab, schossen artilleristische Salven und hatten Ehrenwachen. Daneben erfüllten sie die Funktion eines privaten Sicherheitskorps. Die alltägliche Grundpficht der Grenadiere war die Bewachung des Schlosses – die Grenadiere hatten bei dem Eingang ins Schloss Wachen, eventuell auf Schlosshöfen (zuerst überwachten sie die Schlosskasse im II. Schlosshof, später wurde der Wachdienst nicht nur an II. Schlosshof gebunden und Grenadiere, vor allem in der Winterzeit, gingen in den Nachtuhren rund um das ganze Schlossareal herum. Seit der Hälfte des 18. Jahrhunderts nutzten Mitglieder der fürsterlichen Familie bei ihren Aufenthalten in Böhmen die Dienste der Garde auch zu ihrem realen Schutz. 
Bis zu Verwaltungsänderungen im J. 1848, als die umfangreichen Kompetenzen in Händen der hiesigen Obrigkeit bestanden, erfüllten die Grenadiere bisweilen die Aufgaben der heutigen Polizei: sie eskortierten Verbrecher, halfen bei ihrer Ergreifung und kassierten verschiedenste Strafen und Gebühren. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts halfen sie bei verschiedensten wirtschaftlichen Saisontätigkeiten (z. B. als Oberdrescher überwachten sie die Ernte vor der Veräusserung, sie organisierten gefährliche Arbeiten beim Umschlag von Baumstämmen, assistierten beim Wassertransport von Blockholz und später auch beim Flössen vom industriell genutzten Abfallholz, sie assistierten bei Jahreskontrollen der Menge des ausgezapften Bieres in regionalen Gaststätten und ähnliches).
Seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts stellte eine den bedeutendsten Aktivitäten der fürsterlichen Garde die Musik dar. Die regelmässige Gelegenheit zum Auftritt der Gardekapelle stellten die herbstlichen Jagden dar. Die Gardisten bliesen nicht nur die Fanfaren und Signale, mit denen der Jagdverlauf organisiert wurde, sondern sie besorgten auch die Musikbegleitung von bedeutenden Veranstaltungen und sie spielten auf Bällen und Konzerten. Mit der Musikbegleitung der Jagden ist auch die wertvollste Kollektion der Artefakten in diesem Raum verbunden – eine Sammlung von Musikinstrumenten.
Ausser den herbstlichen Jagden nutzten die Schwarzenberger die Gardemusikanten, obgleich nicht so oft, bei ihren Sommeraufenthalten auf dem Schloss in Červený Dvůr (Roter Hof). Die Gardekapelle spielte auch auf Feiern, wo verschiedene Jubiläen der schwarzenbergischen Fürsten gefeiert wurden, und auf begleitenden Gesellschaftsaktionen einschliesslich der Konzerte und Tanzfeste. Die gespielten Werke waren vor allem für Erleichterung der Unterhaltung bestimmt, das Repertoire umfasste vor allem Märsche, zu dieser Zeit beliebte Tänze und Auswahl an Opern- und Operettenmelodien. Erst in der Zwischenkriegszeit kam zu Aufgaben der Grenadiere das regelmässige Blasen vom Schlossturm.
Die schwarzenbergische Garde und ihre Kapelle wurden in der Zwischenkriegszeit zur einzigartigen Rarität, die Granadiere trompeteten sogar einige Jagdfanfaren in der Livesendung des tschechischen Rundfunks. Am Anfang der 30er Jahren des 20. Jahrhuderts gründeten die Grenadiere mit Unterstützung des Prinzen Adolf Schwarzenberg eine Jazzband der Gardekapelle.
Ein Bestandteil der Exposition dieses Raumes sind Waffen, Uniformen, Musikinstrumente und weitere Gegenstände aus dem Fonds der Garde, aus dem 19. und 20. Jh.
 
 
B.13. Ende der alten Zeiten + B.14. Biograph
Ende der alten Zeiten Der Gang, in den wir jetzt traten, entstand im Laufe der kostspieligen Renaissanceumbauten der Kleinen Burg unter der Regierung Wilhelms von Rosenberg in der 2. Hälfe des 16. Jahrhunderts. Ursprünglich verband er die Gemächer des rosenbergischen Herrschers, die sich in Palastgebäuden der Oberen Burg befanden, mit dem Klosterareal unter dem Schloss. Es ist hier zu sehen, dass der Gang den Schlossturm umgibt und den Bärengraben überbrückt.
 
BiographDas Thema der Exposition ist das Ende des 19. Jahrhunderts und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Exposition dieses Raumes bilden vor allem Fotos und Projektion der zeitgemässen Filmaufnahmen (der Kinematograf ist am Ende des Gangs untergebracht). Die Aufnahmen stammen vor allem aus den 20er und 30er des 20. Jahrhunderts und zeigen Panoramablicke auf das Krumauer Schloss, die Ablösung der schwarzenbergischen Garde auf dem II. Schlosshof und ein Feuerwehrturnen. Es wurde eine Jagd in tiefen Revieren gedreht, an der die fürsterliche Familie mit Johann Nepomuk Schwarzenberg und seinem Sohn Adolf an der Spitze teilnahm. Die weiteren Aufnahmen widmen sich den Lustbarkeiten der Schwarzenberger auf dem unweiten Schlösschen Červený Dvůr. Es wurden Reiten, Kinderspiele der kleinen Prinzen und Prinzessinen im dortigen Schlosspark und ein Tenniswettkampf aufgenommen, an dem auch der sporbegeisterte Adolf Schwarzenberg teilnahm.
 
 
 
Besuchzeit:
* 11. 1. - 30. 3. 2010 (Di - So), 09:30 - 16:00
 
 
Eintrittspreise:
 
Besichtigungstouren 


 

 
Eintrittspreis in der Besuchzeit
 
 
 
voller
 
Eintritt

 
ermässigte Eintrittspreise
Familien
eintrittsp.


 

 
Kinder
Studenten
Invaliden
 
Senioren
Burgmuseum
+
Schlossturm
130,-
60,-
80,-
300,-
Burgmuseum
100,-
50,-
70,-
260,-
Schlossturm
50,-
30,-
30,-
120,-

 

* Kinder bis 6 Jahre kostenlos

* Student ist die weniger als 26 Jahre alte Person

* Familieneintritspreis = 2 Erwachsene + max. 3 Kinder bis

   15 Jahre

* Senior ist die mehr als 65 Jahre alte Person